Go­ra & An­ne­lies Ghosh

 
Wir, d.h. mei­ne Frau und ich, un­ter­stüt­zen seit 2005 ein Kin­der­heim in Kolka­ta (Kal­kut­ta). Mei­ne Frau malt et­wa 2–3 Mo­na­te im Win­ter mit Jun­gen aus dem Kin­der­heim. An­schlie­ßend las­se ich dar­aus Post­kar­ten und Ka­len­der ma­chen. Der Er­lös aus dem Ver­kauf fließt di­rekt dem Pro­jekt zu.

 
Das Kin­der­heim in Kolka­ta / In­di­en

Das Kin­der­heim der »Ali SK Me­mo­ri­al So­cie­ty for the Child­ren« be­fin­det sich in San­to­sh­pur, ei­nem Stadt­teil Kolka­tas. Mitt­ler­wei­le le­ben in dem 2005 fer­tig ge­stell­ten Ge­bäu­de­kom­plex über 40 Jun­gen im Al­ter von 8 bis 15 Jah­ren.

Da Kin­der in In­di­en ab ei­nem be­stimm­ten Al­ter nicht ge­mischt in ei­nem Ge­bäu­de le­ben dür­fen, kön­nen im Kin­der­heim der »Ali SK Me­mo­ri­al So­cie­ty for the Child­ren« lei­der nur Jun­gen auf­ge­nom­men wer­den. Über­mit­telt wur­den die Kin­der un­se­res Kin­der­heims von Or­ga­ni­sa­tio­nen wie CINI ASHA, OFFER und SANLAAP, die an Bahn­hö­fen und in Rot­licht­mi­lieus Kolka­tas ar­bei­ten und Stra­ßen­kin­der so­zi­al­päd­ago­gisch be­glei­ten.

Kinderbild Nr. 1

Nach ei­ner Ein­ge­wöh­nungs­zeit im Pro­jekt wer­den die Kin­der in ver­schie­de­ne eng­lisch­spra­chi­ge Schu­len ein­ge­schult. Ei­ne gu­te Schul­bil­dung kann ein Schlüs­sel sein, die Ar­mut zu über­win­den, aus der al­le die­se Kin­der ge­kom­men sind.

Ne­ben der »Apol­los Aca­de­my«, die sich auch in San­to­sh­pur be­fin­det, han­delt es sich hier­bei um die »Young Ho­ri­zon’ s School« und »Ma­no­vi­kas Ken­dra«, in die ein lern­be­hin­der­tes Kind ge­hen kann. Fünf der Kin­der konn­ten in die In­ter­na­te »Hi­ma­li Boar­ding School« und »Sunshi­ne Boar­ding School« in Kur­se­ong, im Dar­jee­ling-District über­mit­telt wer­den.

Am 19. No­vem­ber 2000 zo­gen die ers­ten 10 Kin­der ins Kin­der­heim in San­to­sh­pur ein. Da die Kin­der kei­ne Ge­burts­ur­kun­de be­sit­zen und nicht wis­sen, wann sie Ge­burts­tag ha­ben, wird die­ser Tag von al­len Kin­dern als Ge­burts­tag ge­mein­sam ge­fei­ert. Ne­ben der Grund­ver­sor­gung wie der schu­li­schen Aus­bil­dung, der Ge­sund­heits­für­sor­ge, Klei­dern und täg­li­chen Mahl­zei­ten sol­len sich die Kin­der im Pro­jekt auch sport­lich und krea­tiv ent­fal­ten kön­nen.

Kinderbild Nr. 2

Mitt­ler­wei­le be­steht das Kin­der­heim aus ei­nem Ge­bäu­de­kom­plex mit über­dach­tem In­nen­hof. Ne­ben den 14 Schlaf­zim­mern, die auch als Grup­pen­räu­me die­nen, be­fin­den sich in den zwei Ge­bäu­den ein Bü­ro, ein Com­pu­ter­raum, ein Spiel­zim­mer, zwei Kü­chen und zwei Dusch­räu­me mit Toi­let­ten. Die Ka­pa­zi­tä­ten des klei­nen Grund­stücks sind so op­ti­mal ge­nutzt.

Im Jahr 2009 hat die »Ali SK Me­mo­ri­al So­cie­ty for the Child­ren« ih­re ka­ri­ta­ti­ve Ar­beit mit der Grün­dung des Fuß­ball­ver­eins »FC Kolka­ta« ver­bun­den, der es der Fuß­ball­mann­schaft des Kin­der­heims er­mög­licht, an pro­fes­sio­nel­len Tur­nie­ren teil­zu­neh­men und viel­leicht auch ei­nes Ta­ges in der Nach­wuchs­li­ga Kolka­tas mit zu ki­cken. Dies ist ein wich­ti­ger Aus­gleich zum täg­li­chen Ler­nen für die Schu­le.

 
Der All­tag im Kin­der­heim

Das Zu­sam­men­le­ben so vie­ler Kin­der auf en­gem Raum muss gut or­ga­ni­siert sein. Die Kin­der brau­chen, auch auf Grund ih­res frü­he­ren Le­bens auf der Stra­ße, in ih­rem neu­en All­tag ei­ne fes­te und re­gel­mä­ßi­ge Struk­tur und fes­te Be­zugs­per­so­nen. Ver­sorgt wer­den die mitt­ler­wei­le über 40 Kin­der im Kin­der­heim von 14 Be­treu­ern.

Kinderbild Nr. 3

Ne­ben den Pro­jekt­lei­tern Wolf­gang Mül­ler und Pran­ab K. Das wer­den die Kin­der von den Grup­pen­lei­tern der sie­ben Grup­pen be­treut, in die die Kin­der je nach Schul­art und Al­ter ein­ge­teilt sind. Au­ßer­dem or­ga­ni­sie­ren drei Haus­meis­ter und ein Koch zu­sätz­lich den All&tag. Wei­te­re Teil­zeit­kräf­te, wie z.B. Der Yo­ga-Leh­rer, der Tab­la-Leh­rer oder der Kunst- und Thea­ter-Leh­rer, ge­stal­ten zu­sam­men mit dem Fuß­ball­trai­ner das Nach­mit­tags-Pro­gramm für die Kin­der.

Je­de Grup­pe, in der bis zu fünf Kin­der zu­sam­men le­ben, hat ei­ne ei­ge­ne Be­treu­ungs­per­son, die sich nach Schul­schluss um die Grup­pe küm­mert. Sie über­nimmt die Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung und die Auf­sicht wäh­rend der Ak­ti­vi­tä­ten. In der »Rou­ti­ne«, ei­nem Wo­chen­plan des Ta­ges­ab­lau­fes, sind al­le Ak­ti­vi­tä­ten der ein­zel­nen Grup­pen ver­merkt. Je­de Grup­pe hat nach der Schu­le am Vor­mit­tag fest­ge­leg­te Zei­ten zum Ler­nen, für re­gel­mä­ßi­ge Diens­te wie Put­zen und Ab­wa­schen und für Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen wie die Mal­stun­den, das mehr­ma­li­ge Fuß­ball­trai­ning, Ko­chen, Yo­ga, Thea­ter, Tab­la und Com­pu­ter­un­ter­richt. Mit­tag­essen und Abend­essen gibt es für al­le ge­mein­sam. Sonn­tags tra­gen al­le Kin­der zum gro­ßen Haus­putz bei. Frei­tags fin­det das wö­chent­li­che »Mee­ting« statt, ein Tref­fen der ge­sam­ten Grup­pen, in de­nen wich­ti­ge Din­ge und grö­ße­re Pro­ble­me be­spro­chen wer­den.

Kinderbild Nr. 4

Ei­ne sol­che Or­ga­ni­sa­ti­on des Ta­ges ist enorm wich­tig, um ei­nen rei­bungs­lo­sen Ta­ges­ab­lauf zu ge­währ­leis­ten, oh­ne daß da­bei ein­zel­ne Kin­der ver­nach­läs­sigt wer­den. Die Kin­der füh­len sich gut auf­ge­ho­ben und tra­gen durch ver­schie­de­ne Auf­ga­ben ih­ren Teil zur Ge­mein­schaft bei. Das Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein der Jungs soll so ge­stärkt wer­den.

Um der Hek­tik der Groß­stadt Kolka­ta für ei­ni­ge Zeit zu ent­flie­hen, fah­ren die Kin­der im Herbst ge­mein­sam für ei­ni­ge Ta­ge in die Ber­ge nach Kur­se­ong / Darjeeling–District und Früh­jahr in den Som­mer­ur­laub ans Meer nach Pu­ri in Oris­sa und nach Sun­derbon / West Ben­gal.

 
Bei In­ter­es­se wen­den Sie sich bit­te an:

Go­ra & An­ne­lies Ghosh
Pa­ra­diesstr. 7
90459 Nürn­berg
Tel: 0911 – 56 43 21
gora.ghosh@gmx.de

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